Texte

Rolf Thiele

Ein Denken in Ereignissen

…Diese Kunstpraxis stellt die Frage neu, inwieweit sich die Kunst in dem manifestiert, was uns als Kunst dargeboten wird. Kunstwerke sind Halbdinge, in ihrer Struktur vergleichbar mit Denkprozessen, und werden dadurch gekennzeichnet, dass sie in ihrer unbedingten Hälfte unbeständig, dem Wechsel durch Interpretation unterworfen, ihrer Natur nach anders werdend sind. Die dingliche, körperliche Hälfte, das Werk, das Material, ist auf Dauer organisiert und bleibt präsent und anschaulich. Während der Interpretation öffnet sich die unbedingte Hälfte und lässt die bedingte Hälfte, von der sie ausging, für Momente/Augenblicke sich aus der Aufmerksamkeit entfernen. Nur auf diesem Umweg kommt die Kunst zum Werk, es kann Kunstwerk werden. Das Ding ist Sein, die Kunst ist Werden; Kunst ist ein Phänomen.

 

 

Harald Jegodzienski

Auszüge Vernissagerede BLUDENZSTADTGESPRÄCH

…Es entstanden Formen, die sich anscheinend zwischen Entstehen und Auflösung, zwischen Natürlichkeit und Architektonik befinden. Formen, die Schicht um Schicht wachsen, Gestalt annehmen und dies in zwei technisch gegensätzlichen Fällen: Erdschicht um Erdschicht, Farbschicht um Farbschicht. Das was nun vom Betrachter zu schürfen ist, ist Schicht um Schicht die Essenz zu ergründen, so wie man gedanklich das Wesentliche vom Unwesentlichen wegfiltert…